Freitag, 28. September 2012

Zeitreise

Dem Chefredakteur der GZ, Andreas Rietschel, ist zuzustimmen. Die Serie "Zeitreise" war gelungen und dürfte das Interesse der Leser im gesamten Verbreitungsgebiet gleichermaßen getroffen haben.Es ist zu wünschen, dass von den "Spinnereien" wie Rietschel seien Ausblick auf 2050 selbst nennt das ein oder andere eintreten wird, ja muss. Sonst macht vielleicht in dem einen oder anderem Ort der letzte das Licht aus....

Montag, 10. September 2012

Betrug an der Zapfsäule


In der GZ vom 07.09.2012 wurde öffentlich nach einem notorischen Tankbetrüger gefahndet, der sich danach  gestellt hat. 
   2011 waren es deutschlandweit 85.000 gemeldete Fälle ( plus 10%) mit dem Spitzenreiter Köln, wo in 1425 Fällen (244  je 100.000 Einwohner) beim Tanken betrogen wurde (München 66).
   Eigentlich müsste die Polizei derartige Anzeigen unbearbeitet an die Staatsanwaltschaft mit der Bitte um Einstellung weiterleiten, weil Tankbetrügereien ein hausgemachtes Problem der Tankstellen sind, das diese durch eine ganz einfache Änderung der Verkaufsstrategie und ohne zusätzliche Kosten auf „Null“ senken könnten, womit sie zusätzlich zu einer erheblichen Entlastung von Polizei und Justiz beitragen würden.
   Wer schon einmal in den USA mit einem Mietwagen unterwegs war, kennt das System zur Genüge. Dort gibt es Sprit an der Säule nur gegen Vorkasse. Erst wenn bezahlt wurde, wird die Tanksäule freigeschaltet und nicht wie bei uns, nachdem bezahlt wurde.
   Nun unterscheiden sich die Amis von uns darin, dass sie ihre Tanks nicht mit Gewalt bis zur Halskrause auf den Cent genau füllen, sondern großzügig für runde Summen in etwa voll tanken und natürlich gibt es Geld zurück, sollte man sich mal verschätzt haben. Tankstellenbesitzer hier auf diese Möglichkeit hingewiesen, antworteten sinngemäß mehrfach, dass das bei uns nicht ginge, weil ein Rückstau an den Zapfsäulen entstünde, wenn erst bezahlt würde und dass der Kunde nach dem Bezahlen nicht wieder in die Tankstelle zurückkehren würde, um zusätzlich sonstige Dinge einzukaufen.
   Das mit dem Rückstau ist Quatsch, weil es zeitlich egal ist, ob mein Fahrzeug beim Bezahlen vor dem Tanken oder nach dem Tanken eine Tanksäule blockiert. Das mit dem Zusatzeinkauf mag ein Problem sein, wobei der Tankwart abwägen muss, ob er betrogen werden oder ein paar Prozent Umsatz einbüßen will. Die Problemlösung auf die Polizei/Justiz abzuwälzen, dürfte jedoch nicht länger hinnehmbar sein.
   Das größte Problem dürfte allerdings beim deutschen Autofahrer liegen. Er könnte nur ungefähr voll tanken und müsste auf eine zehntellitergenaue Verbrauchsberechnung verzichten.

Montag, 6. August 2012

"Kapitulation im Dschungelcamp" von A.Rietschel

Respekt Herr Rietschel,
so titelte ich am 18.02.2012 und kann das heute nur wiederholen. Es hat lange gedauert, bis endlich der Finger in die Wunde gelegt und das heruntergekommene Erscheinungsbild der Welterbestadt Goslar öffentlich angeprangert wird.
   Ich wiederhole mich, wenn ich auch hier noch einmal darauf hinweise, dass Touristen insbesondere wegen des Stadt- ensembles nach Goslar kommen und die Stadt von den paar Montanenthusiasten und dem überschaubaren Kreis der  Freunde moderner Kunst nicht leben kann. Und Natürlich haben es auch die Goslarer verdient, in einer gepflegten Stadt zu leben.
   Es soll mal wieder am Geld scheitern. Doch das allein kann es nicht sein. Es werden falsche Prioritäten gesetzt. Auch wäre es einer Überlegung wert, diejenigen an den Kosten zur Verbesserung des Goslarer Stadtbildes zu beteiligen, die sich durch die Besucher der Stadt eine goldene Nase verdienen, denn der Einzelhandel setzt hier pro Jahr ca. 350 Mio. Euro um, 165 Mio. mehr als die Goslarer allein ausgeben könnten.
   Wer wie der Autor des Artikels  aus Süddeutschland stammt, hat wahrscheinlich die dortigen gepflegten Fremdenverkehrs- städte vor Augen. Um mit deren Erscheinungsbild zu konkurrieren, hat Goslar noch einen weiten Weg vor sich. Da wäre es schon ein großer Schritt, den ungepflegten Goslarer Grünanlagendschungel etwas zu lichten.

Sonntag, 5. August 2012

GZ als Lokalzeitung – lohnt sich die noch?

Diese Frage stellen sich immer mehr Goslarer

Am 26.07. berichtete die GZ im Wirtschaftsteil, dass 47 Mio. Bundesbürger täglich eine gedruckte Tageszeitung lesen, davon 37,4 Mio. eine Regionale Zeitung. Auch ich gehöre seit 60 Jahren dazu.
   Doch in jüngster Zeit treffe ich vermehrt auf Goslarer, die Zweifel hegen und feststellen, dass sie die GZ nur noch aus Gewohnheit und immer schneller überfliegen. Mehrere Bekannte haben sie inzwischen abbestellt. Auch bei mir mehren sich die Zweifel, zumal ich zusätzlich täglich überregionale Zeitungen lese und immer häufiger feststellen muss, dass die GZ nicht immer die aktuellsten Nachrichten enthält, da ich viele tags zuvor bereits an anderer Stelle gelesen habe. Lediglich die Seite „Meinungen“  hat für mich ein Alleinstellungsmerkmal.
   Woran könnte das liegen? Um eine Erklärung zu finden, habe ich einmal die GZ-Ausgaben der 30. Kalenderwoche mit folgendem Ergebnis näher betrachtet:
   Bekanntermaßen erreicht die Nachrichtenflut die Menschen heute nicht mehr nur über die Heimatzeitung. Wenn dann aber die nationale/internationale Berichterstattung einschließlich des Sports in der GZ zu 73,6 % aus überwiegend wörtlich übernommenen Agenturmeldungen besteht, die man zum Teil tags zuvor bereits aus anderen Medien kannte, tendiert der Erkenntnisgewinn gegen Null und man muss sich nicht wundern, wenn der Sinn einer Zeitung kritisch hinterfragt wird. Nicht anders der Niedersachsenteil: 68,8 % Agenturmeldungen.
   Natürlich gehören Agenturmeldungen zu allen Medien auf der Welt. Sie haben allerdings den Nachteil, dass sie mit mehr oder weniger eigener Sichtweise von allen gleichlautend verwendet werden.
   Nun liest man seine Heimatzeitung ja im Wesentlichen wegen der lokalen Nachrichten. Kritik kommt aber von Goslarern auf, wenn sie zunehmend feststellen müssen,  dass mehr als 2/3 aller Berichte die Umlandkommunen und nur noch 31,2 % der Berichte die Stadt Goslar und seine Bewohner betreffen und es z.B. für einen Goslarer auf Dauer nicht wirklich interessant ist, wie die Clausthaler monatelang über die Gestaltung des Zellbachs und ihrer Innenstadt streiten und dieses in unzähligen Leserbriefen ausbreiten bzw. Probleme in Schladen und Hornburg so weit weg sind, dass sie einen Goslarer auch nicht von Hocker reißen dürften. Auch der Fall, dass ein Harzburger am 25.07. im Kreis Lippe (!!!) einen Unfall mit 5.000 Euro Sachschaden verursacht hat, ist nun wirklich keine Meldung wert.
   Verwundert es da, wenn sich einige fragen, ob es sich wirklich noch lohnt, als Goslarer die GZ zu abonnieren? Der Lokalsport und die Familiennachrichten allein  können es ja wohl nicht sein und für den Rest reichen offenbar die lokalen Anzeigenblätter.

Mittwoch, 25. Juli 2012

Eine Meldung - 3 Interpretationen

Nachfolgend drei Beispiele, wie Medien Agenturmeldungen interpretieren, unterschiedlich gewichten und Leser manipulierend beinflussen:

Goslarsche Zeitung - Wirtschaft

Bürger können sich so viel leisten wie 1991

Die Bundesbürger können sich heute mit ihrem Verdienst genauso viele Waren und Dienste leisten wie vor 20 Jahren, teilt das Institut der Deutschen Wirtschaft mit. Im Jahr 2011 bekam ein Westdeutscher Arbeitnehmer für eine Arbeitsstunde 45 % mehr Lohn als 1991, die Preise für Waren und Dienste stiegen  im selben Teitraum um 43 %.
   Für eine Stunde geleistete Arbeit nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben gab es im Jahr 2011 15,20 Euro, 1991 waren es (umgerechnet) 10,50 Euro. Für einen identischen Warenkorb muss damit heute im Schnitt genauso lange gearbeitet werden wie vor 20 Jahren.

 SPIEGEL ONLINE

Wirtschaftsstudie Kaufkraft der Deutschen ist so niedrig wie 1991

Verschiedene Biersorten: Die Nettolöhne steigen - und die Bierpreise steigen mitZur Großansicht
Verschiedene Biersorten: Die Nettolöhne steigen - und die Bierpreise steigen mit
Drei Minuten muss der Durchschnittsdeutsche für eine Flasche Bier arbeiten. Das war auch schon vor 20 Jahren so. Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft hat sich die Kaufkraft kaum verändert. Die Inflation hat die Steigerung der Nettolöhne aufgefressen.

   Köln - Die Nettostundenlöhne der Arbeitnehmer in Deutschland sind zwischen 1991 und 2011 um 45 Prozent gestiegen. Das geht aus einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor. Doch sind im gleichen Zeitraum auch die Verbrauchspreise um 43 Prozent nach oben gegangen. Die Daten von 1991 beziehen sich dabei auf Westdeutschland.