Fake News in der GZ?
Waren 800 Goslarer vor 85 Jahren bei der Eroberung Kretas wirklich dabei?
Da offensichtlich das aktuelle lokale Geschehen nicht mehr ausreicht, um die Lokalseiten der GZ zu füllen, hat sie sich seit einiger Zeit auf eine rückwärts gewandte Serienberichterstattung u.a. von Gastautoren verlegt.
Während der Gondelabsturz von Hahnenklee zumindest noch lokalen Bezug hatte, lässt die jüngste Serie, "Operation Merkur": Fast 800 Goslarer sind vor 85 Jahren dabei", und weiter: Heute vor 85 Jahren begann die "Operation Merkur: Die Deutsche Wehrmacht überfällt die Insel Kreta aus der Luft. Fasst 800 Gosleraner sind beim Himmelsfahrtkommando dabei, zunächst aufhorchen. Auch die heutige Überschrift: "Mehr als die Hälfte der Goslarer Soldaten stirbt." lässt Schlimmes erwarten.
Man stelle sich mal vor, was hier los gewesen wäre, wenn auf einen Schlag 400 Goslarer Söhne bei einer einzigen Militäraktion des 2. Weltkrieges gefallen wären. Hier würde nicht nur am Volkstrauertag der Gefallenen gedacht, sondern hier wäre ein "Kreta-Gedenktag" ins Leben gerufen worden.
Aber dem war natürlich nicht so. Die reißerischen Überschriften mussten her, um möglichst viele Leser für diese detailverliebte Kriegsberichtserstattung zu interessieren, deren einziger Bezug zu Goslar darin bestand, dass die aus ganz Deutschland betroffenen Soldaten auf dem Fliegerhorst stationiert waren.
Wenn überhaupt, dürfte kaum ein Goslarer bei der Kreta-Luftlade-Invasion gestorben sein. Fake News? Aber doch nicht in der GZ.

