Dienstag, 8. Dezember 2020

90 Infizierte in Langelsheim, Seesen und Goslar

Deutschlands Altenheime sind tickende Zeitbomben.Tausende Menschen sind in ihnen an Covid-19 erkrankt und gestorben und Schutzstrategien sind nichi erkennbar. Ein Blick nach Tübingen wäre hilfreich. Seit Mai hat es da keinen einzigen Corona-Fall in Altenheimen gegeben. Oberbürgermeister Boris Palmer hat in Tübingen genau das umgesetzt, was seit Langem überfällig ist - die Konzentration auf die vulnerablen Gruppen durch folgende Maßnahmen: Regelmäßige Testung des Personals in Alten- und Pflegeheimen, kein Einlass für die Besucher der Heime ohne FFP2-Maske, kostenlose Verteilung von FFP2-Masken an über 65-Jährige. Und nun hat´s auch uns erwüscht 

56 Infizierte in Langelsheim

In einem Altenheim in Langelsheim hat es einnen Corona-Ausbruch gegeben. Laut Mitteilung des Landkreises sind 43 der 66 Bewohner der Einrichtung sowie 13 Mitarbeiter positiv getestet. Nach Informationen der GZ soll es sich um die "Seniorenresidenz" in Langelsheim handeln. Drei Bewohner wurden wegen ihres Zustandes in ein Krankenhaus gebracht, heißt es. Außerdem besteht der Verdacht, dass es in einem Altenheim in Seesen ebenfalls mehrere Corona-Infektionen gibt. Die Testergebnisse werden allerdings erst für den morgigen Mittwoch erwartet. Das Ergebnis: Ebenfalls 8 Infizierte.

Nachtrag 19.12.2020:

Weitere 24 Infizierte in Altenheimen in Langelsheim, Seesen und Goslar.

Montag, 23. November 2020

Inzidenzwert im Landkreis Goslar

Inzidenzwert im Landkreis Goslar


Zum Leserbrief von Samuel Menacher, Clausthal-Zellerfeld, vom 23.11.2020 "Maskenpflicht bis Inzidenzwert 30". 
Er schreibt u.a.: "Das Verwaltungsgericht Braunschweig bezeichnet die XIV. Allgemeinverfügung des Landkreises Goslar als voraussichtlich rechtswidrig"
Das Land Niedersachsen "empfielt" eine ergänzendes Maskentragen im Freien über einem Inzidenzwert von 35 und macht das Maskentragen an ausgewiesenen Orten ab 50 zur Pflicht
Seit dem 11.11. 2020 liegt der Inzidenzwert im 12 Tage-Schnitt im LK Goslar unter 35, nämlich bei 33,6 und trotzdem hält der Landkreis an der Maskenpflicht im Freien fest, obwohl es dafür keine Rechtsgrundlage mehr gibt, denn die XIV. Allgemeinverfügung des Landkreises Goslar vom 28.10.2020 bezieht sich auf eine Verordnung des Landes Niedersachsen, die am 02.11.2020 außer Kraft trat.

Donnerstag, 19. November 2020

Print-Medien und Coronazahlen am Beispiel der GZ

 Print-Medien und Coronazahlen

Ein Kalauer lautet: „Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern". In Coronazeiten müsste das lauten: „Nichts in den Zeitungen ist so überholt wie die Zahlen von vorgestern“, da bereits das RKI die Zahlen des Vortages angibt, auf die sich Printmedien am nächsten Erscheinungstag beziehen.

Ja, es ist eine Krux für die Printmedien, sie können nicht so aktuell wie die elektronischen Medien sein.

Beispiel: Heute Morgen, Donnerstag, 19.11,  schlage ich die GZ auf und lese die Überschrift:

Weniger Infektionen als vorige Woche: Wirkt der Lockdown?" Und: "Am dritten Tag in Folge ist die veröffentliche Zahl der Corona-Infektionen im Vergleich zur Vorwoche gesunken. RKI meldet 17.561 Fälle“.

Zeitgleich im Fernsehen: „RKI meldet 22.609 positiv Getestete. Das sind 773 mehr als am Donnerstag der Vorwoche".

Und im Lokalteil der GZ: „Inzidenzwert steigt deutlich auf 37,1“, obwohl man zeitgleich im Dashboard des Landkreise Goslar lesen kann: „Inzidenzwert 32,9“.

Da die Printmedien niemals so aktuell sein können wie die elektronischen und sich bei Drucklegung auf Zahlen des Vortages beziehen müssen, sind diese am Erscheinungstag zwei Tage alt und überholt. Deahalb sollten sie vorsichtiger mit überholten Zahlen umgehen und sich stattdessen auf die Analyse der Zahlen, deren Zustandekommen und Schwankungen konzentrieren.
So ist z.B. beim RKI nachzulesen, dass die Test-Labore in der 44. KW mit der Auswertung von knapp 100.000 Tests im Rückstand waren, die sie nun  nach und nach abbauen. Bei knapp 10% positiven Tests fließen jetzt also Tausende in die täglichen Ergebnisse ein und verfälschen diese als „Infizierte der letzten 24 Stunden“.

Dienstag, 10. November 2020

Corona-Infektionsrisiko in Goslar

In der Corona-Diskussion prallen Welten aufeinander. Bei der Mehrheit  der Bevölkerung hat die Strategie der Bundesregierung, die täglich von den sie stützenden Medien verbreitet wird, gewirkt: Der Bevölkerung Angst einzujagen, damit diese spurt, und die Zustimmungswerte für die Politik nicht weiter sinken.

Wer nüchtern und rational dem Problem begegnet, wird als „Corona-Leugner“ verunglimpft. Ich versuche es trotzdem.

In der GZ wurde vor einiger Zeit obiges Dashboard des Landkreises Goslar vorgestellt. Endlich muss man sagen. Nach 7 Monaten ist es im Landkreis Goslar endlich möglich, das Infektionsrisiko vor Ort realistisch einzuschätzen. Endlich hat sich der Landkreis Goslar dazu bequemt, Transparenz in das Infektionsgeschehen vor Ort zu bringen. Nach monatelangem Mauern und Vorschieben eines dubiosen Datenschutzes, den es nur für personenbezogene Daten gibt, legt man neuerdings mit obigem Dashboard die Infektionszahlen detailliert offen. Jetzt ist es interessierten Bürgern möglich, sich zu informieren und ihr eigenes Infektionsrisiko einzuschätzen. 

Dabei interessiert nicht, wie viele früher einmal infiziert waren, sondern wie es aktuell aussieht. Im Landkreis Goslar sind derzeit (22.12.) aktuell 206 Personen von 135.584 Einwohnern oder 0,15 % infiziert und demnach 135.378 nicht. Von den 206 Infizierten leben bzw. arbeiten nach neustem Stand, soweit veröffentlicht,  ca.  100 in Alten-und Pflegeheimen bzw. Gemeinschaftseinrichtungen.

Das bedeutet, dass ca. 100 Personen infiziert sind, die sich im "Alltagsleben" in der Öffentlichkeit bewegt und angesteckt haben könnten. Also einer von 1.350 Einwohnern. Da laut RKI der R-Wert etwa bei 1 liegt und damit einer einen weiteren ansteckt, müsste man rechnerisch also mit etwa 1.350 Menschen über längere Zeit, im geringen Abstand und ohne Maske zusammen gewesen sein, um von einem infiziert zu werden.

Und täglich sind es derzeit  durchschnittlich 13 von 135.584 Personen, die sich  außerhalb von Alten- und Pflegeheimen pp. (soweit ersichtlich) infizieren, die wiederum andere infizieren könnten.

Von den insgesamt 45 Covid-19-Todesfällen sind 17 Personen seit dem 02.11. verstorben, die über 80 waren und unter schweren chronischen Vorerkrankungen litten

Noch anders sieht es bei Begegnungen unter freiem Himmel aus. Laut Professor Scheuch von der internationalen Gesellschaft für Aerosole in der Medizin ist „Corona ein Innenraumproblem“, worauf zahlreiche Indizien und Studien hindeuten würden. Er glaubt, dass deutlich weniger als ein Prozent der Ansteckung unter freiem Himmel stattfindet und das nur dann, wenn einem jemand eine "Aerosolwolke ins Gesicht pustet".

Das bedeutet für Goslar, das von  100 infizierten, die sich derzeit im "Freien" aufhalten könnten, sich etwa  eine unter freiem Himmel angesteckt haben könnte. Selbst wenn die eine Person aus Goslar käme, müsste sie mit Tausenden unter oben angeführten Bedingungen zusammen getroffen sein, um sich zu infizieren.

Mittwoch, 04.11.2020, 16:30 Uhr
Grundsätzlich besteht im Freien keine Maskenpflicht, sofern der Abstand nur kurz, also im Vorbeigehen, nicht eingehalten werden kann. Auch nicht in Fußgängerzonen. Der Grundsatz lautet: "Abstand oder Maske und nicht "Abstand und Maske"
§ 1 der Nds. Coronaverordnung dazu: " Kann eine Person das Abstandsgebot in der Öffentlichkeit unter freiem Himmel nicht nur vorübergehend nicht einhalten, so hat sie eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen".
Anders sieht es allerdings bei der derzeitigen erweiterten Maskenpflicht gem. § 3 der VO aus. Bei einem 7-Tage Inzidenz von mehr als 35 soll und bei einem Wert über 50 muss in ausgewiesenen Bereichen eine Maske getragen werden. Welche Bereiche das sind, wird vor Ort entschieden. Davon haben Landkreis und Kommunen ausgiebig Gebrauch gemacht.

Trotz des geringen Infektionsrisikos in Freien wurde am 02.11.2020 in überdimensionierten Bereichen eine  Maskenpflicht im Freien verordnet. Nicht nur in Fußgängerzonen sondern auch in wenig frequentierten ganzen Straßenzügen und Orten, was zu leeren Innenstädten führt und das nicht nur, weil Touristen fehlen.

Mittwoch. 04.11.2020, 16:30 Uhr
Jetzt werden einige das Risiko als unberechenbares „Russisches Roulette“ bezeichnen. Ja, das ist es. Nur mit dem Unterschied, dass beim Russischem Roulette in der Trommel eines Revolvers eine von sechs Patronen scharf ist und nicht eine von Tausenden. 
Natürlich müssen alle für sich selbst entscheiden, welches Risiko sie zu tragen bereit sind. Aber das müssen sie auch mit sich allein ausmachen und ggf. Menschenansammlungen oder stark frequentierte Orte meiden. Auch kann jeder (möglichst richtige FFP2) Masken tragen wann und wo er will.  
 Mittwoch, 04.11.2020, 16:30 Uhr
Aber wie selbstverständlich Solidarität einzufordern? Im Freien davon auszugehen, dass andere  ihn durch das Tragen einer Maske zu schützen haben? Das ist nicht nur blauäugig sondern zeugt auch von wenig Eigenverantwortung und ist Ausdruck einer  "Vollkaskomentalität", in der andere eigene Lebensrisiken abzusichern haben ...




Mittwoch, 28. Oktober 2020

Fake News: Erneut Baumfrevel am Fliegerhorst in Goslar

Keine frischen Spuren erkennbar 


 In der Redaktion der GZ weiß offensichtlich die Rechte nicht, was die Linke tut. Jedem aufmerksamen Leser musste auffallen, dass die GZ bereits im Frühjahr über den Fall berichtet hat. Und auch ein Redakteur oder eine Redakteurin hätte erkennen können. dass die Spuren am Baum nicht frisch sein können.

Aber da es offensichtlich prima ins redaktionelle Konzept und zum Image des Investors passt, wird erstmal eine diffamierende Falschmeldung rausgehauen. Irgend etwas wird am Investor schon hängen bleiben. .  

Erneut Baumfrevel am Fliegerhorst in Goslar

Goslar. Erst der Kahlschlag am Fliegerhorst – und jetzt neben der illegal entwaldeten Fläche die gezielte Tötung einer Eiche: Der 150 bis 180 Jahre alte Baum wurde „geringelt“, wie Wolfgang Moldehn, der Vorsitzende des Goslarer Naturschutzbundes (Nabu) feststellte. 

Stattlicher Baum 

Moldehn ist noch immer fassungslos. Die alte Eiche wurde bis zu einer Höhe von etwa 1,60 Metern sorgfältig entrindet – für den mächtigen Baum das Todesurteil. „Der angerichtete Schaden wurde uns von einem Fachmann der Landesforsten bestätigt“, sagt Moldehn, der sich die Eiche zusammen mit dem Experten angeschaut hat. Der Mitarbeiter der Landesforsten war vor Ort, um abzuschätzen, welche Ausgleichsmaßnahmen – sprich: Neuanpflanzungen von Bäumen – für das neue Baugebiet nötig sein würden.

„Es handelt sich um eine stattliche Eiche mit einem Durchmesser von über 80 Zentimetern“, bestätigt Michael Rudolph, Sprecher der Landesforsten. „Der Baum wurde bis an den Stammansatz durch menschliche Beschädigung entrindet.“ Die Eiche sei definitiv nicht mehr zu retten. Durch die Entfernung der Rinde wurde die Versorgung der Wurzeln mit Nährstoffen unterbrochen. „Ein halbes Jahr noch, dann ist der Baum hin“, sagt auch der Nabu-Vorsitzende. Die Beschädigung sei nach Einschätzung des Experten maximal 14 Tage alt. Eine Einschätzung, die auch Rudolph teilt. Die Eiche trägt noch Laub, das nun langsam zu welken beginnt.

Entrindete beziehungsweise „geringelte“ Bäume sind kein Einzelfall am Goslarer Fliegerhorst, wie sich Moldehn erinnert. Im vergangenen Jahr wurden in dem Gebiet bereits zwei Buchen und eine Eiche entrindet. Moldehn hat den Fall jetzt bei der Unteren Naturschutzbehörde sowie der Forstverwaltung angezeigt.

Und dann die Korrektur:

Geringelte Eiche in Goslar ist ein Altfall

Goslar. Fehlalarm und falsche Verdächtigung: Der neuerliche „Baumfrevel“ am Fliegerhorst, über den wir in unserer gestrigen Ausgabe berichtet haben, ist ein Altfall aus dem Frühjahr. Verdächtigung und Anzeige durch den Goslarer Nabu-Vorsitzenden Wolfgang Moldehn laufen ins Leere, das vermeintlich fachmännische Urteil eines Mitarbeiters der Landesforsten entpuppt sich als gravierende Fehleinschätzung. Und die GZ, die darüber berichtet hat, bittet um Entschuldigung: Wir hatten der Einschätzung der Landesforsten vertraut. 

Keine neue Beschädigung 

Im Fall der geringelten Eiche am Fliegerhorst sah sich gestern eine Expertin der Stadt Goslar vor Ort den Schaden an. Wie Stadt-Pressesprecherin Vanessa Nöhr klarstellte, handelt es sich bei dem Schaden an dem Baum, dem bis in eine Höhe von rund 1,60 Meter die Rinde entfernt wurde, jedoch nicht um eine neue Beschädigung. Der Baum wurde bereits im Frühjahr entrindet. 

Wie es zu der Fehleinschätzung des Fachmanns der niedersächsischen Landesforsten kommen konnte, vermochte deren Sprecher Michael Rudolph auf Nachfrage gestern nicht zu klären. Der betreffende Mitarbeiter war am Fliegerhorst unterwegs, um dort Schätzungen zu Ausgleichsmaßnahmen für das neue Baugebiet vorzunehmen – und schaute sich auch den Baum an. Danach erklärte er, der Schaden sei maximal 14 Tage alt.

„Es ist erstaunlich, dass der Baum so lange seine Blätter gehalten hat“, meinte Forst-Sprecher Rudolph gestern. Das sei ungewöhnlich und habe möglicherweise zu der falschen Einschätzung geführt.